Weitere Bezeichnungen:

 

Kree, Mährrettich, Pferderettich, Meerrettich

 Regionen:

 

Forchheim, Fränkische Schweiz

 

Anbau:

 

Der Meerrettichanbau ist ein sehr zeitintensiver Anbau mit einem Zeitwaufwand von 1.000 Std. / ha.

Ein tiefgepflügtes  und mit organischem Dünger versehenes Feld bildet eine gute Voraussetzung für den Start des Meerrettichanbaus im Herbst.

 

März / April:

Merrettichlegen:

Da die Wurzel senkrecht in den Boden wächst und die Blätter ebenso senkrecht aus dem Boden sprießen, werden die Fechser in aufgedammten Beeten in Schräglage gelegt.

Da nur einköpfige Stangen beim Meerrettichanbau erwünscht sind, muss der Fechser beim Meerrettichlegen in eine Schräglage gebracht werden. Dieser Vorgang bewirkt, dass der Fechser an seiner tiefsten Stelle Wurzeln bildet, die sich mit dem Erdreich verbinden. An der höchsten Stelle des Fechsers wächst der einzige Trieb aus dem Boden heraus und setzt dadurch das Heranwachsen einer einköpfigen Meerrettichstange in Bewegung. Dieser Vorgang wird durch eigenständig gebaute Maschinen durchgeführt.

 

Meerrettichwachstum:

"Der Kree will die aufgehende Sonne sehen."

 

Dieses Zitat wird im Fachjargon für die Pflanzrichtung gen Osten verwendet. Die richtige Ausrichtung des Meerrettichs veranlasst ein Abtrocknen der Blätter bei auftretenden Winden und führt bei stärkeren Winden zu keinem unerwünschten Herauswehen des Meerrettichs. Eine Düngung mit Stickstoff und Kaliumoxid ist zwischenzeitlich erforderlich.

 

Meerrettich abköpfen:

Wenn sich der Meerrettich im Boden befindet, treiben überall Blätter und Stangenköpfe heraus. Da dies nicht wünschenswert ist, muss der Kree abgeköpft werden. Dabei werden alle Blätte, außer einem Kopfblatt, per Hand entfernt.

 

Unkrautbekämpfung:

Da wir Herbizide zur Unkrautbekämpfung vermeiden, wächst neben dem Meerrettich auch ungewolltes Unkraut. Zur Bekämpfung dieses ungewollten Wuchses verwenden wir mechanische Häufelkörper und per Hand entfernen wir die Pflanzenzwischenräume. Schädlinge die das Wachstum der Pflanze gefährden, treten in Form von Meerretticherdflöhen oder Pilzkrankheiten, z.B. der weiße Rost, auf. Die genannten Schädlinge werden mit zugelassenen Pflanzenschutzmittel erfolgreich bekämpft.

 

Meerretich anheben:

Im Juli setzt der Meerrettich Seitentriebe an. Diese werden durch das Anheben effektiv entfernt.

 

Meerrettichernte:

Im Zeitraum September bis März wird mit einem eigens entwickelt Meerrettichroder das erntereife Produkt aus dem Boden gerodert. Nach dem Roden ist der Meerrettich noch mit Erde behaftet. Aus diesem Grund wird der Meerrettich von Hand gesäubert und die entstanden Wurzeln werden jeweils nach ihrer Größe in Fechser und Bizzi aufgeteilt. Die Meerrettichstangen werden wiederum in Marktware selektiert, die auf den wöchentlichen Märkten von uns persönlich verkauft werden, und der Rest wird zu verschiedenen Meerrettichprodukten verarbeitet. Die Fechser werden gebündelt und kommen zum Überwintern in den feuchten Sandeinschlag. Im Frühjahr werden sie wieder gelegt und wachsen zu neuen Meerrrettichstangen heran, wodurch der Meerrettichzyklus wieder beginnt.